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Katalogtext:
Die Rivalität zwischen den Fans des FC Sachsen und denen von Lok Leipzig gilt
traditionell als die härteste in Deutschland, Hass und Gewalt erreichen hier
ungeahnte Dimensionen. Franziska Tenner, die sich mit ihrem letzten Film ins
Innere der Neonazi-Szene in Frankfurt/Oder begeben hatte, erforscht die
„Kategorie C“: im polizeilichen Terminus jene Fans, die Gewalt gezielt suchen
und ausüben, oft und vornehmlich auch außerhalb des Fußballstadions. Die
Regisseurin nähert sich ihrem Sujet auf geradezu ethnografische Art, indem sie
das Ganze als archaisches männliches Ritual betrachtet und ihre Beobachtungen
in einer Art persönlichem Erlebnisbericht dokumentiert. Sie ist dabei, wenn ihre
Protagonisten für den Kampf trainieren, auf dem Arbeitsamt stehen, am Biertisch
palavern, in die Schlacht ziehen, „Choreographien“ bauen, sich brutalst prügeln
oder ebenso brutal von der Polizei verhaftet werden. Die martialischen Bilder,
teilweise von Amateurvideos, stehen im scheinbaren Gegensatz zu ihren
Äußerungen, die das Ganze als eine Art ehrlichen sportlichen Wettkampf mit
Ehrenkodex und festen Regeln darstellen: „Es wird sich gewamst, und danach
gehen wir’n Bier trinken.“ Dem stellt der Film auch die Frage nach den Kosten
dieses „Spiels“ für die Gesellschaft und die nach notwendigen Sanktionen
gegenüber. Provokant und wichtig – nicht nur für Leipzig.
Dr. Grit Lemke
(Katalog des 51. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und
Animationsfilm)
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